Aldi life Musik Testergebnis 2017

Musik-Streaming hat es mittlerweile sogar auf den Ramsch-Tisch geschafft, und das soll nicht negativ gemeint sein: Seit September 2015 hat der Lebensmittel-Discounter Aldi seinen eigenen Musik-Streaming-Dienst Aldi life Musik auf dem Markt – ein smarter Schachzug, da man sich bereits mit Aldi Talk erfolgreich auf dem Mobilfunkmarkt positioniert hat. Technisch basiert der Dienst auf Napster, das Angebot der Musiktitel ist größtenteils identisch. Das Verkaufsargument ist der Preis, Aldi life Musik ist mit monatlichen 7,99 Euro schlichtweg günstiger als das Mutter-Angebot Napster. Auf rund 40 Millionen Musiktitel kann mit soliden, jedoch auch lückenhaftem Funktionsumfang und praktischer Offline-Funktion zugegriffen werden. Mehr erfahren in unserem Aldi life Musik-Testbericht.

Aldi life Musik: Screenshot

Musikdienst Aldi Life Musik Screenshot

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Aldi life Musik Testergebnis in der Einzelbetrachtung

Songs 40 Millionen
Kostenlose Version  
Probeabo 30 Tage
Preis pro Monat 7,99 Euro
Offline-Funktion  
Hörbücher  
Podcasts  
Social-Login  
Browser-Funktion  
Import-Funktion  
Songtexte  
Familienangebot  
Studentenangebot  
Mobile iOS, Android, Windows Phone, iPhone, iPad
Soundqualität 320 kbps (App), 192 kbps (Web Player)
Zahlungsweisen VISA, MasterCard, PayPal, Kreditkarte, Gutschein
Mobilfunkanbieter Aldi Talk
Weitere Plattformen  

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Kosten

Während Napster für die branchenüblichen 9,99 Euro pro Monat angeboten wird, erhält der Nutzer dieselbe Vielfalt, ähnliche Funktionen sowie eine beinahe identische Smartphone-App bei Aldi life Musik bereits für 7,99 Euro. Eine kostenlose Version ist dabei nicht vorhanden, ebenso wird auf anderorts verkaufsfördernde optionale Angebote wie etwa „Aldi life Musik-Family“ oder eine Studentenversion bewusst verzichtet. Das Probeabo von bis zu 30 Tagen ist – wie bei allen anderen Musikdiensten ebenso – vorhanden. Verständlicherweise profitieren Nutzer eines Aldi-Talk-Tarifs von vereinfachten Buchungs- und Rabattoptionen.

Funktionen

Aldi life Musik bietet eine solide funktionierende Browser-Funktion, Musikvorschläge sind jedoch (noch) nicht zufriedenstellend vorzufinden. Es stehen circa 40 Millionen Songs zur Verfügung, welche ebenfalls ohne aktive Internetverbindung abgespielt werden können; hier wird Aldi life Musik in unserem Test im oberen Mittelfeld angesiedelt. Insbesondere die große Anzahl an Hörbüchern, nach eigenen Angaben mehr als 10.000 an der Zahl, ist als sehr positiv einzuschätzen. Bedingt durch den eingeschränkten Zugriff ist das Importieren eigener Musik in den Musik-Streaming-Dienst von ALDI leider nicht möglich. Die aus anderen Musik-Streaming-Diensten bekannten Funktionen zur Musikempfehlung – beispielsweise „Flow“ von Deezer oder „Discover“ von Spotify – fehlen gänzlich. Ein Radio-ähnliches Angebot wurde implementiert, jedoch ist die Auswahl der Stationen nur rudimentär gewählt (90s Classics, 00s Classics, Indie Party etc.). Eingebundene Lyrics, kollaborative Playlists oder andere Social-Funktionen fehlen ebenso; Songs können nur öffentlich auf den gängigen Social-Media-Plattformen oder per verschicktem Link geteilt werden.

Glücklicherweise schneidet die mittlerweile zum guten Ton gehörenden Offline-Funktion in unserem Test zufriedenstellend ab, da Musiktitel beliebig – auch einzeln – für den Offline-Gebrauch heruntergeladen werden können. Da vordefinierte Playlists im Vergleich zur Konkurrenz nur unbefriedigend zur Verfügung stehen, haben wir in unserem Test versucht, ähnliche Künstler über die Übersichtsseite eines Künstlers oder einer Band zu finden – mit durchschnittlichem Erfolg. Für den mittlerweile zum Mainstream gehörenden deutschen Rap-Künstler Dendemann werden beispielsweise nur Deichkind sowie Seeed vorgeschlagen – das empfinden wir als grundsätzlich richtig, jedoch hinsichtlich der Auswahl eindeutig zu wenig. Wünschenswert wäre ergänzend noch ein Indikator zur Beliebtheit der einzelnen Songs eines Künstlers, wie man es beispielsweise von Spotify gewohnt ist. Ob und wie wichtig all diese Zusatzfunktionen, die unser Testergebnis durchaus beeinflussen, schlussendlich sind, bleibt selbstverständlich dem Nutzer selbst überlassen. Abgesehen von diesen Einschränkungen ist der Web Player sowie die ähnlich funktionierende Smartphone-Applikation aus technischer Sicht absolut konkurrenzfähig. Als sinnvoll und definitiv nützlich hat sich in unserem Test die in der Aldi Musik-App implementierte Funktion „Track Match“ herausgestellt, ein Feature, dass ähnlich dem allseits bekannten Shazam Musiktitel erkennen und diese sogar direkt in der Musikdatenbank suchen kann. Zusammengefasst beschränkt sich Aldi life Musik auf grundsätzliche Funktionen ohne die Intention, Musik höchst personalisiert auszuspielen.

Zugriff

Ein Log-In ist bei Aldi Musik nur über die grundsätzliche Registrierung bei „ALDI life“ möglich – hier vermissen wir in unserem Test ein Social-Login. Ohne Registrierung für die ALDI-Welt ist kein Zugriff möglich; bevor die kostenlose, 30-tätige Testphase gestartet werden kann, muss zudem die gewünschte Bezahlungsart gewählt werden (PayPal, Kreditkarte, Lastschrift und Guthaben-Bon stehen zur Auswahl). Smartphone-Nutzer können auf die auf Napster basierende App zurückgreifen, die von iOS, Android und Windows Phone unterstützt wird. Dass komplett auf einen Desktop-Client verzichtet wird, wird viele Nutzer verärgern – Fans der Desktop-Nutzung müssen sowohl am PC sowohl auch auf dem Mac auf einen „Aldi Life Musik“-Download verzichten, der Musikdienst wird ausschließlich als Web-Player-Version im Browser angeboten. Ja, mit der Smartphone-App und dem Web Player stehen prinzipiell zwei ausreichende Zugriffsoptionen zur Verfügung: Negativ bewertet wird dies in unserem Testergebnis selbstverständlich dennoch.

Aldi life Musik: Fazit Testergebnis

Gemessen am Preis-Leistungs-Verhältnis ist Aldi-Musik-Streaming ein zuverlässiger Musik-Streaming-Dienst. Insbesondere mit der Usability sowie der verhältnismäßig großen Musik- und Hörbuchauswahl kann Aldi Musik punkten, in unserem Testergebnis verliert das Discounter-Angebot jedoch viele Punkte aufgrund „harter Faktoren“ – so wird beispielsweise jegliche Art von Musikvorschlägen vernachlässigt, selbst die Funktion „ähnliche Künstler“ liefert, wenn überhaupt, unvollständige Ergebnisse – im Einzelfall auch einfach kein Resultat. Zudem sind Basisfunktionen wie Musikimport oder geteilte Playlisten nicht vorhanden. Sofern ich als Nutzer jedoch genau weiß, nach was ich suche und was ich hören möchte, auf einen Desktop-Client verzichten kann und nur geringen Wert auf Social-Media-Funktionen lege, ist Aldi life Musik für den schlussendlich um 20 Prozent geringeren Preis im Vergleich zum Branchenstandard eine vernünftige Alternative.

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