Deezer Testergebnis 2017

Deezer ist global aktiv und bereits in 182 Ländern verfügbar, führt aber hierzulande noch ein Stiefmütterchen-Dasein. Dabei muss sich Deezer nicht verstecken: Der Musik-Streaming-Dienst verfügt über eine Musikbibliothek mit aktuell 43 Millionen Songs und wird auf dem Computer, Tablet und Smartphone bereitgestellt. Funktionstechnisch bietet Deezer altbewährtes: Ob individuelle Playlists, Musikempfehlungen der hauseigenen Redaktion oder eine werbefreie Premiumversion inklusive höherer Bitrate; Musik-Streaming mit Deezer erfüllt laut unserem Test höchste Ansprüche im Musik-Streaming-Markt. Durch ein Plug-In in Google Chrome lässt sich zudem eine „versteckte“ Offline-Version aktivieren – auch in der kostenlosen Funktion. Deezer Sessions, eine hauseigene Video- und Musikproduktionsreihe samt Hintergrundinformation zu ausgewählten Künstlern, ist ebenfalls verfügbar. Mehr erfahren in unserem Deezer-Testbericht.

Deezer Musikdienst Screenshot

Musikdienst Deezer Screenshot

Das Video zu Deezer

Zum Musik-Streaming Anbieter Deezer wechseln

Testergebnis in Einzelbetrachtung

Songs 43 Millionen
Kostenlose Version  
Probeabo 30 Tage
Preis pro Monat Kostenlos (werbefinanziert), 9,99 Euro (Premium+), 14,99 Euro (Family), 19,99 Euro (Elite)
Offline-Funktion  
Hörbücher  
Podcasts  
Social-Login Facebook, Google+
Browser-Funktion  
Import-Funktion  
Songtexte  
Familienangebot  
Studentenangebot  
Mobile iOS, Android, Blackberry, Windows Phone
Soundqualität 128 kbps (Gratisversion), 320 kbps (Premium+), 1411 kbps (Elite)
Zahlungsweisen PayPal, Kreditkarte
Mobilfunkanbieter Vodafone
Weitere Plattformen Sonos, Logitech Squeezebox, Apple AirPlay, Microsoft Xbox 360, Onkyo, Philips Smart TV, Philips, Bang&Olufson PLAY, RoxoBox BoomBall, Cabasse, Simple audio, Jawbone

Zum Musikdienst Deezer wechseln

Kosten und Funktionsumfang

Hinsichtlich Kostenstruktur gibt es keine großen Überraschungen: Neben einer kostenlosen, werbefinanzierten Version – die allerdings den Funktionsumfang deutlich eingrenzt – können Nutzer für die branchenüblichen 9,99 Euro/Monat Deezer Premium (Eigenschreibweise: Premium+) erwerben oder die mittlerweile im Streaming-Markt etablierte Familien-Option in Anspruch nehmen. Für höchst anspruchsvolle Musikliebhaber ist neuerdings Deezer Elite verfügbar, ein monatliches Abonnement für 19,99 Euro, das ausschließlich auf SONOS-Endgeräten verfügbar ist und Musik-Streaming mit der fünffach höheren Datenrate von 1411 kbps ermöglicht. Deezer Family ermöglicht ebenfalls branchenüblich die gemeinsame Nutzung für sechs unter einem Dach lebende Personen, eine Option à la Deezer Student ist zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht verfügbar – hier verspielt Deezer laut unserem Test einen Teil des enormen Potentials, Rabatt gibt es für Studenten somit nicht. Eine Lösung ist bestenfalls der Weg über Vodafone und einen bestehenden Mobilfunkvertrag: „Junge Leute“ und „Red“-Tarif-Kunden erhalten immerhin die ersten drei Monate Deezer Premium kostenlos. Die werbefinanzierte, kostenlose Version ermöglicht zwar unbegrenztes Musik-Streaming am Computer oder Tablet, eliminiert jedoch Basis-Funktionen wie Musik offline hören oder das unbegrenzte Streaming auf dem Smartphone – hier kann der Nutzer lediglich auf von der Deezer-App bestimmte Musikvorschläge zurückgreifen. Das Testen der Deezer-App ist zum Musik-Streaming-Vergleich sicherlich nützlich, ein unbeschwertes Musikerlebnis ist allerdings nur mit Deezer Premium realisierbar. Ein Deezer-Gutschein kann bis zu einer Laufzeit von 12 Monaten ausgestellt werden.

Usability und Anwendung

Als neu-registrierter Nutzer ist die Benutzeroberfläche im Web Player sowie auf dem Smartphone intuitiv erlernbar, Deezer stellt hierbei keine großen Schikanen bereit. Eine Navigationsleiste samt „Mini-Player“ inklusive aller grundlegenden Funktionen ist ähnlich wie bei Spotify am linken Bildrand der Web- sowie Desktop-Version verankert. Hierbei wirkt die Benutzeroberfläche nicht ganz so „professionell“ wie bei manch anderen Streaming-Diensten – aber dies ist zum einen Geschmackssache, zum anderen Jammern auf hohem Niveau.

Zugriff

Hinsichtlich Zugriff auf die Deezer-App bzw. des Deezer-Web-Players ist in unserem Testergebnis äußerst positiv hervorzuheben, dass der Web Player unmittelbar via Social-Login nutzbar ist – selbst ohne Hinterlegung von Zahlungsinformationen kann direkt nach Eingabe der Facebook-Zugangsdaten auf die kostenlos-Version von Deezer online zurückgegriffen werden. Selbst auf den aktivierten Ad-Blocker wurde nur nett hingewiesen, die Nutzung wird ungeachtet dessen nicht beeinträchtigt. Die Deezer-App ist für die mobile Nutzung auf dem iPhone, Android-Smartphones, Windows Phone und Blackberry freigegeben, den klassischen Deezer-Download des Clients gibt es für Mac und Windows 10. Interessant ist zudem, dass der Musik-Streaming-Service ähnlich wie bei Spotify via Applikationen Musik auf verknüpfte Geräte wie Internet-Radios oder Smart-TVs übertragen kann.

Bibliothek, Playlists und Musikvorschläge

Musikvorschläge sind neben der enormen Menge an Musiktiteln das Steckenpferd von Deezer. Die „Entdecken“-Funktion lädt zum Stöbern ein und stellt selbstlernend im Lauf der Zeit immer geeignetere Musikvorschläge bereit, der sogenannte Deezer „Flow“ ist vergleichbar mit einer vom Nutzer gesteuerten Radiostation, die sich ähnlich dem „gefällt-mir-gefällt-mir-nicht-Prinzip“ an die Vorlieben des Nutzers heranpirscht – hat man also keine Lust, Zeit und Energie in das Erstellen eigener Playlisten zu stecken, ist die Deezer-Flow-Funktion absolut empfehlenswert, auch wenn Nutzer des kostenlosen Deezer-Angebots stündlich lediglich 5 Musiktitel pro Stunde überspringen können. „Flow“ hat in unserem Test überzeugt.

Die von Deezer kuratierten, für „dich persönlich ausgesuchten Playlists“ konnten in unserem Test noch nicht vollständig zufriedenstellen, hier kratzt die Deezer-Redaktion an der Mainstream-Oberfläche und ist bei weitem nicht so vielschichtig wie beispielsweise die Auswahl unter Spotifys „Browse“-Funktion – was theoretisch auch nicht weiter stört, wenn man mit der einwandfreien Such-Funktion umzugehen weiß. Schön ist aber, dass der Nutzer selbst für eigens erstellte Playlists auf Wunsch ergänzende Songvorschläge erhält, um die jeweilige Lieblings-Playlist noch weiter aufzupolieren. Die Deezer-Podcast-Auswahl scheint für den Ottonormalverbraucher solide sortiert (Spiegel Online, 11Freunde, Vice), Hörbücher sind ebenfalls zu genüge im umfangreichen Katalog vorhanden. Auffällig: Im Gegensatz zu fast allen anderen Musik-Streaming-Anbietern stehen klassische Radiosender frei und unmittelbar zum Streamen bereit – die häufig als „Radio“ bezeichnete Funktion anderer Anbieter spielt lediglich eine unerschöpfliche Liste an Songs ab, basierend auf einem Künstler, Song oder Album; bei Deezer hört man auf Wunsch das immer noch äußerst beliebte terrestrische Radio.

Deezer: Fazit Testergebnis

Die Frage „Deezer oder Spotify“ ist somit nicht final zu klären, beide sich ähnelnde Musik-Streaming-Dienste bewegen sich laut unserem Test auf einem sehr hohen Niveau. Hinsichtlich der Anzahl an Musiktiteln ist Deezer Premium dem Konkurrenten aus Schweden sogar überlegen und tummelt sich mit Napster, Tidal und Juke an der Spitze – und wie aus unserem Testergebnis hervorgegangen müssen sich Vorschlags- und Entdeckungsfunktion allesamt nicht vor dem Branchenführer verstecken; hier ist die Leidenschaft der Deezer-Redaktion hinsichtlich Personalisierung offensichtlich, leider aber noch nicht zu 100% ausgereift. Zusammengefasst ist Deezer eine ernstzunehmende Alternative im hart umkämpften Musik-Streaming-Markt, insbesondere aufgrund der größtenteils barrierefrei nutzbaren Free-Version im Web Player und der enorm großen Auswahl inklusive hauseigen produzierter Live-Sessions.

Zurück zur Übersicht der Musik-Streaming-Anbieter

Zurück zur Übersicht der Musik-Streaming-Anbieter